Die Amateurfotografie hat in Sonneberg bereits eine mehr als 100-jährige Tradition. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Kreisstadt eine erste "Vereinigung Sonneberger Amateur-Photographen". Leider sind uns über das Schicksal dieses Vereins und der in ihm organisierten Personen außer einer im Januar 1898 beim Amtsgericht eingereichten Satzung so gut wie keine weiteren Nachrichten überliefert. Dem Adressbuch von 1933 entnehmen wir, dass es zu dieser Zeit eine "Gemeinschaft für Lichtbildfreunde" gab, während 1938 eine "Fotogruppe Sonneberg" im "Reichsbund Deutscher Amateur-Fotografen e.V." aufgeführt ist.

 

Beschlagnahmte Fotoapparate, der Mangel an geeigneten Fotomaterialien und nicht zuletzt politische Restriktionen hinderten nach dem zweiten Weltkrieg zunächst viele an der Fotografie interessierte daran, sich ihrem Hobby zu widmen. Doch bereits Ende der 1940er Jahre wurde wieder eine "Sektion Foto" im Kulturbund ins Leben gerufen, die anfänglich recht erfolgreich war und in der auch bereits einige spätere "fotoclub70"-Mitglieder mitwirkten. Nach einigen Höhen und Tiefen stagnierte jedoch die Entwicklung und zuletzt bestand die Fotogruppe praktisch nur noch auf dem Papier.

 

Im Mai 1970 - es war auf der Heimfahrt von der Teilnahme an den "Malchower Fototagen" - diskutierten Friedrich Heumann und Klaus Dietrich Zeutschel, der eine Lehrer, der andere Berufsfotograf, lange und ausführlich über die zum damaligen Zeitpunkt unbefriedigende Situation der organisierten Amateurfotografie in Sonneberg und über Möglichkeiten, dies zu ändern. Bei einem Zwischenaufenthalt in Erfurt kam man in einer Gaststätte schließlich überein, einen neuen Fotoclub zu gründen und besprach sogleich einige Grundsätze und Einzelheiten, die man nach der Rückkehr in die Tat umzusetzen gedachte. Dies war die eigentliche Geburtsstunde des "fotoclub70" Sonneberg, der nunmehr auf fünfunddreißig Jahre erfolgreichen Wirkens zurückblicken kann. Bald fanden sich weitere Gleichgesinnte und im November 1970 konnte schließlich die offizielle Gründung vorgenommen werden.

 

Es war das Bestreben der Initiatoren, der Neugründung ein eigenes, unverwechselbares Gesicht zu geben, was sich u.a. bereits in der Wahl des Namens und seiner Schreibweise als "fotoclub70" ausdrückte. Die beiden auch charakterlich unterschiedlichen Mitbegründer bildeten über lange Zeit ein eingespieltes und sich ergänzendes Führungsteam, das dem noch jungen Fotoklub über vielfältige Hürden und Klippen hinweg half und ihm einen geachteten Platz im kulturellen Leben Sonnebergs sicherte.

 

Besonders in den Anfangsjahren mussten natürlich politische Rücksichten genommen und Kompromisse eingegangen werden. So war eine organisierte Klubarbeit überhaupt nur unter dem Dach des Kulturbundes möglich. In dem Maße jedoch, wie sich der Fotoclub profilierte und Anerkennung verschaffte, konnte er sich von Versuchen zur Beeinflussung und Bevormundung weitgehend emanzipieren. Andererseits brachte die Mitgliedschaft im Kulturbund auch Vorteile mit sich, wie zum Beispiel finanzielle und organisatorische Hilfen für Ausstellungen und Diaschauen sowie kostenlose Teilnahmen an Wettbewerben, Schulungen und anderen Veranstaltungen. Schon bald nach der Gründung wurde eine erste Freiluftausstellung in der Sonneberger Bahnhofstraße organisiert. Weitere Präsentationen in der Öffentlichkeit, meist im Gesellschaftshaus oder im Kuppelsaal des Deutschen Spielzeugmuseums in Sonneberg , folgten. In Schaufenstern verschiedener Fotofachgeschäfte der Innenstadt stellten Klubmitglieder immer wieder Ergebnisse ihres Schaffens in einer so genannten "Mini-Galerie" aus.

 

Regelmäßig alle zwei Jahre wurden die Kreisdiaschau bzw. in den Jahren dazwischen die Kreisfotoschau organisiert und durchgeführt. Von dort führte der Weg der besten Dias und Bilder in die entsprechenden Bezirkswettbewerbe, in denen die Sonneberger stets überdurchschnittlich gut abschnitten. Beteiligungen an zentralen Leistungsvergleichen, wie etwa der Farbdiafotografie in Malchow, oder an internationalen Ausstellungen rundeten das Bild erfolgreicher fotografischer Arbeit ab. 1988 wurden die Leistungen der Sonneberger Amateurfotografen auch offiziell gewürdigt, indem der "fotoclub 70" mit der Ehrennadel der Gesellschaft für Fotografie in Gold ausgezeichnet wurde.

 

Diese auf lange Sicht erfolgreiche Tätigkeit konnte im Gegensatz zu den meisten anderen Fotoklubs in Südthüringen auch über die politische Wende in der ehemaligen DDR fortgeführt werden. Es wurden neue Kontakte zu Nachbarvereinen in Oberfranken, insbesondere zum Fotoclub Coburg, geknüpft und 1992 der "fotoclub70" als mittlerweile eingetragener Verein in den DVF (Deutscher Verband für Fotografie - als VDAV 1908 gegründet) aufgenommen. In dieser Zeit des Umbruchs fand auch an der Spitze des Vereins ein Generationswechsel statt, indem ein neues Führungsteam unter der Leitung von Gerd Popplow die Arbeit fortführte.

 

Auch im fotografischen Schaffen der "fotoclub70" - Mitglieder ergaben sich seitdem sichtbare Veränderungen. Überwogen in den ersten beiden Jahrzehnten entsprechend den damaligen technischen Möglichkeiten und dem begrenzten Angebot an geeigneten Farbmaterialien neben Farbdias vor allem Schwarz-Weiß-Fotografien, die meist noch in der eigenen Dunkelkammer hergestellt wurden, so hat sich der Schwerpunkt seitdem eindeutig zum Farbbild verschoben und in den abgebildeten Motiven spiegeln sich nicht zuletzt die neu gewonnenen Reisemöglichkeiten wider. Und bei einigen Mitgliedern haben mittlerweile auch die digitale Fotografie und die Bildbearbeitung am Computer Einzug gehalten.Erfreulich ist, dass in der letzten Zeit wieder einige jüngere Fotografen und Fotografinnen für die Mitarbeit im "fotoclub70" gewonnen werden konnten.

 

Mit der Neuwahl des Vorstandes im Februar 2005 fand auch erneut ein Wechsel in der Führung des Fotoclubs statt, der nunmehr von Andreas Schneider geleitet wird.

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Nächstes Treffen:     19.12. letzter Clubabend des Jahres (Wolke 14)